Runder Tisch Asklepios-Klinikum Schwalmstadt – Gemeinsame Presseerklärung
Für den 27. August hatten die Bürgermeister im südlichen Schwalm-Eder-Kreis zu einem überparteilichen Runden Tisch zur Zukunft von Geburtshilfe und Gynäkologie am Asklepios-Klinikum Schwalmstadt ins Rathaus Ziegenhain eingeladen. Eingeladen waren Mitglieder des Landtags und des Kreistags, der Erste Kreisbeigeordnete und Bürgermeisterinnen und Bürgermeister – ausdrücklich auch aus den angrenzenden Räumen Marburg-Biedenkopf und Vogelsberg. Die Federführung hat Schwalmstadts Bürgermeister Tobias Kreuter als Bürgermeister der Standortkommune.
Am Mittwoch (2.September) hat in Wiesbaden in den Räumen des hessischen Landtags auf Bitten von Bürgermeister Tobias Kreuter als Vertreter des Runden Tisches ein Gespräch mit dem Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege – vertreten durch Staatssekretär Prof. Raible - stattgefunden. Anwesend waren die Landtagsabgeordneten Christin Ziegler, Dominik Leyh, Günter Rudolph, Wiebke Knell, Christoph Sippel, Claudia Ravensburg, der Erste Kreisbeigeordnete Jürgen Kaufmann als Vertreter des Landkreises sowie Bürgermeister der Stadt Schwalmstadt Tobias Kreuter als Stellvertreter für die o.g. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister.
In einer Videokonferenz am Donnerstag, 3. September wurde der Runde Tisch über die Inhalte des Gesprächs in Wiesbaden informiert. Nach einer Besprechung der Ergebnisse haben sich die Teilnehmer auf folgende, gemeinsame Pressemitteilung verständigt:
Nach einem ausführlichen und intensiven Gespräch in Wiesbaden mit dem Ministerium müssen die Vertreter der Region zur Kenntnis nehmen, dass die Bundesvorgaben im derzeitigen Regelwerk anhand aller objektiven Kriterien eingehend geprüft wurden mit dem Ergebnis, dass die stationäre Versorgung in den Leistungsgruppen Geburtshilfe und Gynäkologie in Schwalmstadt und dem angrenzenden Einzugsgebiet als sichergestellt gilt. Aus diesem Grund fehlt dem zuständigen Ministerium die Rechtsgrundlage, den Asklepios-Konzern rechtlich zur Übernahme dieser beiden Leistungsgruppen zu verpflichten.
Die Entscheidung über eine Antragstellung lag somit ausschließlich beim Asklepios-Konzern. Dieser hat die Entscheidung getroffen, die Leistungsgruppen Geburtshilfe und Gynäkologie nicht zu beantragen. Daraus folgt die endgültige Schließung beider Bereiche im Asklepios Klinikum Schwalmstadt zum 31. Dezember 2026.
Auch der Zeitpunkt der Bekanntgabe lag in der alleinigen Verantwortung des Asklepios-Konzerns, der sich für eine Veröffentlichung per Pressemitteilung am 15. Juli 2026 entschied. Keiner der am Runden Tisch beteiligten politischen Funktionsträgerinnen und -träger hatte vor dem 15. Juli 2026 Kenntnis davon, dass die Leistungsgruppen nicht beantragt wurden.
Nach der nun nicht mehr abzuwendenden Schließung ist ein Blick in die Zukunft hinsichtlich der medizinischen Versorgung in Schwalmstadt und Umgebung wichtig. Hier stützen wir uns auf das Ergebnis des Prüfprozesses, dass die gesetzlichen Vorgaben in der Praxis tragen. Die stationäre Versorgung soll über die umliegenden Krankenhäuser in Marburg, Fritzlar und Bad Hersfeld abgedeckt werden. Parallel muss sich der Rettungsdienst auf Mehrbelastungen durch längere Anfahrtswege und zusätzliche Einsatzfahrten einstellen.
Ein weiterer zentraler Schwerpunkt liegt nun darauf, nach der Einschränkung des stationären Angebots die ambulanten Versorgungsstrukturen in der Geburtshilfe und Gynäkologie gezielt zu stärken. Da der Wegfall der Abteilungen spürbare Auswirkungen auf die ambulante Versorgung haben wird, gilt es nun, diese Strukturen zu stärken und ggfs. auszubauen. Da die gesetzliche Zuständigkeit für die medizinische Versorgung insgesamt beim Ministerium und für die ambulante Versorgung bei der Kassenärztliche Vereinigung liegt, erwarten wir auf Grund der bevorstehenden Änderungen eine deutliche Unterstützung zur Sicherstellung einer angemessenen ärztlichen Versorgung in unserer Region. Auch die Mitglieder des Runden Tisches werden ihre Verantwortung entsprechend wahrnehmen und diesen Prozess aktiv unterstützen.
Abschließend möchte sich Bürgermeister Tobias Kreuter als Organisator des Runden Tisches bei allen politischen Funktionsträgerinnen und -trägern für ihre kurzfristige Verfügbarkeit zu den Sitzungen, die umfassenden, vertraulichen Diskussionen und am Ende natürlich auch für die gemeinsame Kommunikation des Ergebnisses im Rahmen dieser Pressemitteilung bedanken.